Pilgerweg zum Ananda-Dham

Pilgern – Beten mit den Füssen

Das Pilgern, das meditative Laufen, kann die Faszination der Erfahrung des „Auf-dem Wege-Sein“ als Sinnbild für das Leben vermitteln.

Wandernd gehe ich hinein in mein Wesen, in meine Wahrheit, in meinen Kern. Was die Menschen von mir halten, ist nicht wichtig, das fällt beim Gehen ab.

Die Frage, die wie ein Stern vor einem leuchtet ist einzig und allein: Was ist mein Kern? Wer bin ich wirklich vor Gott, vor Sri Krishna? Wie sieht Er mein gegenwärtiges Leben?

Wer bin ich, der da geht, wenn alles Zeitweilige wegfällt, wenn nicht mehr zählt, was ich geleistet habe, was ich bei den Menschen gelte.....

 

Im Pilgern mache ich mich auf den Weg zu mir selbst und gehe der Begegnung mit Sri Krishna entgegen.

Wer versucht, sein Wandeln einmal unter dem Aspekt zu sehen, dass er auf Sri Krishna hinzugeht, der kann erfahren, wie relativ für ihn alles wird, was er hier auf Erden tut. Er geht über die Welt hinweg auf Gott hin. Der Boden entschwindet seinen Füssen immer mehr, bietet ihm keinen festen Halt mehr. Mit jedem Schritt berührt man die Erde, aber man enthebt sich ihr auch gleichzeitig.

 

Ich gehe durch diese Welt hindurch als etwas Vorläufiges. Dieses Verständnis von Wandern unterscheidet sich sehr wesentlich von der gängigen Sicht der Menschen, die etwas erleben wollen, das sie dann interessant erzählen können. Ein Pilger zieht nicht durch diese Welt, um Neues zu erleben, sondern um neu zu werden. Er will im Gehen seine innere Überzeugung einüben, dass er ein Fremdling, eben ein Pilger, auf dieser Welt ist, und dass nicht die Erde mit all ihrer Pracht und Schönheit, sondern allein Sri Krishna seine Heimat ist.

  

Der Weg hin zum Ashram dient jetzt als Übungsfeld für solche Grundhaltungen.

Die auf diesem Pilgerweg gegebenen Ansätze von „pilgerischen“ Gefühlen, können von dir aufgenommen, reflektiert und innerlich weiterentwickelt werden…. im Gehen und in der Zeit danach. Die 12 Meditationsstationen auf dem Weg zum Tempel werden dir eine innere Einstimmung in den Ashram vermitteln, dir nebenbei gleich noch den Weg weisen und dir auf dem manchmal beschwerlichen Fussmarsch eine "Verschnaufpause" schenken.